Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel, 2. Quartal 2014

Weiterhin Optimismus im Handwerk. Nur Bauhauptgewerbe zurückhaltend

„Nach dem guten Jahresbeginn ist auch das zweite Quartal 2014 für unsere über 16.200 Handwerksbetriebe gut verlaufen und die optimistischen Erwartungen der letzten Umfrage wurden erfüllt. Deutlich über 80 Prozent waren mit ihren Geschäften zufrieden. Auch beim Ausblick auf die kommenden Monate herrscht viel Zuversicht. Die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen tragen also weitere Früchte“, so der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Sommerumfrage, die heute in der Bäckerei Pitzer in Steffenberg präsentiert wurde.

Handwerkskammer Kassel
Handwerkskammer Kassel

Für die Sommerumfrage wurden 800 Betriebe im Kammerbezirk Kassel angeschrieben. Dabei wurde die aktuelle Geschäftslage von 83,5 Prozent der Handwerksbetriebe mit gut bzw. befriedigend angegeben. Das waren noch einmal fast 2,9 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Quartalsumfrage, deren gute Ergebnisse durch den milden Winter geprägt waren. Auch die Erwartungen für die kommenden drei Monate bleiben optimistisch: Insgesamt 37,2 Prozent erwarten gute und weitere 47,5 Prozent befriedigende Geschäfte, vor zwölf Monaten lagen diese Werte auf ähnlich hohem Niveau (33,7 bzw. 52,5 Prozent). Der Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Vorquartalswert um 2,1 auf insgesamt 120,7 Punkte an. Das 10-Jahreshoch aus dem Jahr 2012 (121,9 Punkte) wurde nur knapp verfehlt.

Zulieferer und Ausbaugewerbe als Zugpferd, Bauhauptgewerbe schwächelt

Statistiken des Konjunkturberichtes  Q2-2014
Statistiken des Konjunkturberichtes Q2-2014

Träger der guten Konjunktur blieben in erster Linie die Ausbauhandwerke als beschäftigungsintensive Branche, die industriellen Zulieferer sowie das Nahrungsmittelgewerbe (Bäcker und Fleischer). Dagegen hat sich die Lage in den Betrieben des Bauhauptgewerbes gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Während der Wirtschafts- und Wohnungsbau gut läuft, investieren die Kommunen in Nord-, Ost- und Mittelhessen derzeit weniger. Durch den milden Winter sind zudem die Auftragsreserven abgeschmolzen. Unter dem Durchschnitt des Gesamthandwerks liegen auch die Kfz-Betriebe, aber hier gibt es nach wie vor einen Aufwärtstrend, der sich schon Ende 2013 angedeutet hatte, die Talsohle scheint in den Kfz-Werkstätten endgültig durchschritten. Das private Dienstleistungsgewerbe liegt zwar mit den Gesundheitshandwerken am Ende der Zufrieden­heitsskala, doch liegen die Ergebnisse in beiden Gruppen weit über dem langjährigen Durchschnitt.

Gute Auftragspolster, saisonbedingte Rückgänge bei Umsätzen und Auftragseingängen

Besser als im 1. Quartal des Jahres verlief die Entwicklung der Auftragseingänge: 23 Prozent (Vorquartal: 14,8 Prozent) der Betriebe berichteten von gestiegenen und 52,1 Prozent von konstanten Ordereingängen (VQ: 52 Prozent). Weiteren Auftrieb gab es in den Monaten April bis Juni auch bei den Umsätzen. Knapp jeder vierte Betrieb (23,7 Prozent) konnte Umsatzzuwächse verbuchen, im letzten Quartal waren es nur 9,1 Prozent, bei 54,2 Prozent blieb er auf Vorquartalsniveau (VQ: 49,2 Prozent). Die durchschnittliche Auftragsreichweite lag bei 6,7 Wochen, das entsprach dem Niveau des Frühjahrquartals. Die Auslastung der Betriebe stieg um 5 Prozentpunkte auf 77,7 Prozent deutlich an, knapp jeder vierte Betrieb sprach sogar von Vollauslastung.

Diese positiven Entwicklungen spiegeln sich auch in den Beschäftigungsverhältnissen wieder. Im ersten Quartal dieses Jahres berichteten noch 15,7 Prozent der Betriebe von zurückgehenden Beschäftigungsverhältnissen. Dieser Wert ist aktuell auf 6,5 Prozent gesunken, dagegen haben 12,7 Prozent der Befragten ihr Personal aufgestockt (VQ: 7,1 Prozent).

Hintergrund: Vierteljährlich befragt die Handwerkskammer Kassel rund 800 repräsentativ ausgewählte Be-triebe aus Nord-, Ost- und Mittelhessen zur aktuellen Konjunkturentwicklung. Dabei werden sowohl weiche Indikatoren (z. B. Geschäftslageeinschätzung) als auch harte Indikatoren (Auftragseingänge, Umsätze, Be-schäftigte, Investitionen u. a.) abgefragt. Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Um-frageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.

Ansprechpartner:
Handwerkskammer Kassel
Dr. Matthias Joseph / Öffentlichkeitsarbeit – Wirtschaftspolitik, Statistik, Neue Medien

Scheidemannplatz 2
34117 Kassel
Tel.: +49 561 7888-0

E-Mail: matthias.joseph@hwk-kassel.de


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