Aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel, 1. Quartal 2014

Handwerker erwarten Fortsetzung der guten Konjunktur, nur Bauhauptgewerbe in Sorge

„Die über 16.200 Handwerksbetriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen sind trotz rückläufiger Umsät-ze und Auftragseingänge überraschend guter Stimmung, was insbesondere auf die positiven Ge-schäftsaussichten zurückzuführen sein dürfte. Der Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Vor-jahr um 5,4 auf aktuell 118,6 Punkte. Der milde Winter hat deutlichere konjunkturelle Bremseffekte verhindert. Der Großteil der Betriebe ist für den weiteren Jahresverlauf sehr zuversichtlich ge-stimmt. Es spricht viel dafür, dass sich der gute Konjunkturverlauf von 2013 fortsetzt, nur im Bau-hauptgewerbe mehren sich Negativmeldungen,“ so der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Frühjahrsumfrage, die heute in der Bäckerei Plücker in Waldeck präsentiert wurde.
Insgesamt 80,6 Prozent der Betriebe waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden oder be-urteilten sie als gut. Im Vorjahr war der Zufriedenheitsgrad deutlich geringer (74,5 Prozent), Ursache dafür war sicherlich auch der lange und kalte Winter 2012/13. Träger der guten Konjunktur blieben in erster Linie die Ausbauhandwerke als beschäftigungsintensive Branche sowie die Betriebe für den gewerblichen Bedarf und das Gesundheitsgewerbe. Schwächer hingegen ist die Situation bei den Fleischern und Bäckern, den Kfz-Betrieben und dem privaten Dienstleistungsgewerbe (v.a. Friseure), aber bei letzteren beiden Handwerksbranchen gibt es deutliche Aufwärtstendenzen. Im Bauhauptgewerbe hingegen werden die weiteren Aussichten getrübter eingeschätzt, insbesondere die Investitionstätigkeit ist zum Erliegen gekommen.

Optimismus für die kommenden Monate
88,4 Prozent (Vj.: 84,4 Prozent) erwarten eine positive Geschäftsentwicklung für die kommenden Monate. Einen so guten Ausblick hatte es im Handwerk Nord-, Ost- und Mittelhessens zu dieser Jahreszeit lange nicht gegeben, auch wenn das Bauhauptgewerbe den Positivtrend etwas bremst. Steigende Umsätze erwarten 27,6 Prozent der befragten Betriebe, und fast jeder dritte Betrieb geht von steigenden Auftragseingängen aus.

Gute Auftragspolster, saisonbedingte Rückgänge bei Umsätzen und Auftragseingängen
Im Durchschnitt verfügten die befragten Betriebe zwischen Januar und März über ein Auftragsvo-lumen von 6,8 Wochen. Das entsprach dem guten Niveau der letzten Quartale. Vor einem Jahr be-trug dieser Wert 6,1 Wochen. Bei den Ordereingängen gab es saisonal bedingte Rückgänge gegenüber den Vorquartalen: Über alle befragten Branchen hinweg berichteten 14,8 Prozent der Betriebsinhaber von gestiegenen und 52,8 Prozent von gleichbleibenden Auftragseingängen gegenüber dem Winterquartal. Die durch¬schnittliche Betriebsauslastung lag im Berichtszeitraum bei 72,7 Prozent (Vj: 70,1 Prozent). Gut jeder fünfte Betriebsinhaber sprach sogar von Voll-auslastung. Schwach war dagegen die Umsatzentwicklung: 9,1 Prozent der Betriebe (Vj.: 10 Pro-zent) verbuchten gegenüber dem Vorquartal Umsatzsteigerungen, aber 41,3 Prozent (Vj: 48,7 Pro-zent), mussten Rückgänge verkraften. Das war einerseits eine günstigere Entwicklung als vor Jah-resfrist, aber angesichts des milden Winters war hier eine bessere Entwicklung zu erwarten.

Trotz der kälteren Jahreszeit konnten 84,3 Prozent der Betriebe ihren Personalbestand konstant halten bzw. Neueinstellungen vornehmen. 15,7 Prozent der Befragten haben Personal entlassen müssen, besonders viele aus dem Bauhauptgewerbe. Bei den Einkaufspreisen ist eine leichte Entspannung gegenüber dem Vorjahr zu erkennen, auch wenn die Einkaufspreise immer noch bei 35,2 Prozent der Βefragten gestiegen waren. Preistreibend sind nach wie vor die gestiegenen Roh-stoff- und Energiekosten.

Hintergrund: Vierteljährlich befragt die Handwerkskammer Kassel rund 800 repräsentativ ausgewählte Be-triebe aus Nord-, Ost- und Mittelhessen zur aktuellen Konjunkturentwicklung. Dabei werden sowohl weiche Indikatoren (z. B. Geschäftslageeinschätzung) als auch harte Indikatoren (Auftragseingänge, Umsätze, Be-schäftigte, Investitionen u. a.) abgefragt. Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Um-frageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.

Ansprechpartner:
Handwerkskammer Kassel
Dr. Matthias Joseph / Öffentlichkeitsarbeit – Wirtschaftspolitik, Statistik, Neue Medien

Scheidemannplatz 2
34117 Kassel
Tel.: +49 561 7888-0

E-Mail: matthias.joseph@hwk-kassel.de


Print pageEmail page

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

elf − 5 =