„Moderierte die Veranstaltung zum Thema „Intelligente Logistik“: Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda“

Industrie 4.0 in vier Akten

Vier Veranstaltungen des Regionalen Standortmarketings informierten zu einem Zukunftsthema

Mehr als 60 unterschiedliche Unternehmen und Institutionen haben sich im Rahmen einer vierteiligen Veranstaltungsreihe des Engineering-High-Tech Cluster Fulda e.V. über die einzelnen Facetten der digitalen Revolution unter der Überschrift „Industrie 4.0“ beteiligt. Sie nutzten gleichzeitig die Möglichkeit zum Netzwerken und Erfahrungsaustausch.

Den ersten Akt zum Thema „Intelligente Logistik in der Produktion“ moderierte Professor Michael Huth von der Hochschule Fulda. Die Referenten Chris Ortmann (ED

„Berichtete aus der Unternehmenspraxis: Jürgen Herr, Geschäftsführer TECLAC“
„Berichtete aus der Unternehmenspraxis: Jürgen Herr, Geschäftsführer TECLAC“

AG Production Solutions) und Jürgen Herr (Teclac) zeigten auf, dass gerade in der Automobilindustrie die zu 100 Prozent vernetzte Produktionslogistik noch in den Kinderschuhen stecke. Insbesondere die Kommunikation zwischen Zulieferern und OEMs könne noch optimiert werden.

„Vernetztes Engineering als Erfolgsfaktor für die Logistik 4.0“: Chris Ortmann, Leiter Logistikplanung EDAG Production Solutions“
„Vernetztes Engineering als Erfolgsfaktor für die Logistik 4.0“: Chris Ortmann, Leiter Logistikplanung EDAG Production Solutions“

„Es ist nicht die Frage, ob sie gehackt werden, sondern wann und ob sie es merken“, sagte Jens Mehrfeld vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Im zweiten Akt stand die IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 auf dem Programm. Dabei verwies IT-Security-Experte Christian Schülke darauf, dass es keine allgemeingültigen Sicherheitsmechanismen gäbe, die jedem Unternehmen Schutz vor digitalen Gefahren bieten können. Andererseits könne durch eine Sensibilisierung der Mitarbeiter bereits ein großer Teil des Gefährdungspotenzials von vornherein beseitigt werden.

„Moderierte die Veranstaltung zum Thema „Intelligente Logistik“: Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda“
„Moderierte die Veranstaltung zum Thema „Intelligente Logistik“: Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda“

Der dritte Akt schließlich beschäftigte sich unter dem Stichwort „Arbeit 4.0“ mit dem Faktor Mensch. Die beiden Arbeitsforscher Dr. Steffen Wischmann (Institut für Innovation und Technik) und Prof. Dr. Gregor Engels (Universität Paderborn) wagten einen Ausblick, wie sich die Arbeitswelt angesichts der wachsenden Digitalisierung verändern wird. Trotz einiger anders lautender Meldungen, ist das Szenario, dass in Zukunft ein Großteil der Arbeitsplätze in der Produktion verschwinden wird, weitgehend unbegründet. Einig sind sich die Experten darin, dass die Digitalisierung neue Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter stellt.

„Industrie 4.0 wird Arbeitsplätze nicht zerstören – aber verändern“: Dr. Steffen Wischmann, Institut für Innovation und Technik
„Industrie 4.0 wird Arbeitsplätze nicht zerstören – aber verändern“: Dr. Steffen Wischmann, Institut für Innovation und Technik

Einen Einblick in die Bedeutung der Industrie 4.0 für den Mittelstand gab Alexander Arndt von der Technischen Universität Darmstadt schließlich im vierten Akt. Er erläuterte, dass Industrie 4.0 auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant sei und auch Chancen für neue Geschäftsmodelle biete. Außerdem stellte er die von der TU betriebene „Effiziente Fabrik 4.0“ vor. Darüber hinaus präsentierte die IHK-Innovationsberatung Hessen neben einem Überblick über das eigene Beratungsangebot auch einen „good practice“-Vortrag über die praktische Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle.

 

Fazit der Industrie 4.0 Themenreihe in vier Akten:

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist in vollem Gange, hat aber dort ihre Grenzen wo das technisch machbare und die Wirtschaftlichkeit miteinander nicht in Einklang zu bringen sind. Darüber hinaus bietet sie vielfältige Möglichkeiten zur Kosteneinsparung unabhängig von der Unternehmensgröße und die Chancen für neue Geschäftsmodelle. Die Angst vor Industrie 4.0 als Jobkiller ist zu weiten Teilen unbegründet, wenn auch noch keine verlässlichen Langzeitdaten vorliegen. In jedem Fall entstehen aber neue Berufsbilder. Darauf hat sich inzwischen auch die Fuldaer Bildungslandschaft eingestellt. So will die Ferdinand-Braun-Schule einen eigenen Schwerpunkt Industrie 4.0 einrichten. Die Private Berufsakademie des Bildungsunternehmens Jordan startet zum Wintersemester 2016 mit einem dualen Studiengang Industrie 4.0.

Wie geht es weiter? Das EH-Cluster wird basierend auf der zurückliegenden Veranstaltungsreihe regelmäßig Erfahrungsaustauschforen mit regionalen „good-practice“-Beispielen zum Thema Industrie 4.0 anbieten. Auf dem Programm steht zudem der Besuch der digitalen Fabrik an der TU-Darmstadt im Frühjahr 2016.

Über das Standortmarketing

Die Standortmarketing GbR mit Sitz im Haus der Industrie- und Handelskammer Fulda beschäftigt sich mit Wirtschaftsförderung und Standortmarketing, insbesondere mit der Umsetzung der Markenkampagne Region Fulda. Sie wird getragen und finanziert von Stadt Fulda, Landkreis Fulda und Industrie- und Handelskammer Fulda, sowie dem Handwerk vertreten durch die Handwerkskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaft Fulda.

Kontakt:

Standortmarketing GbR
Heinrichstraße 8
36037 Fulda
Tel. 0661-284-36
Fax. 0661-284-88
www.region-fulda.de
Geschäftsführer: Stefan Schunck


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