Gründerförderung im Rahmen des Regionalen Standortmarketings

Bewerber für den Hessischen Gründerpreis gesucht

Die Förderung einer Gründerkultur ist eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellte Regionalmanager Christoph Burkard Überlegungen für eine neue Qualität der Gründerförderung in der Region Fulda vor. Gleichzeitig präsentierten sich die Verantwortlichen der Gründertage Hessen, die auch in diesem Jahr den unter Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Tarek-Al Wazir stehenden Hessischen Gründerpreis vergeben. In Fulda steht ein ganzes Sponsoren- und Mentorennetzwerk bereit, um heimische Bewerber um die höchste Hessische Gründerauszeichnung zu unterstützen.
Sinkende Gründerzahlen
Bundesweit hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Erstberatungen für Existenzgründer bei den IHKs von knapp über 400.000 auf gut 200.000 halbiert. Als Hauptgrund nannte Regionalmanager Christoph Burkard die gute Konjunktur mit der sehr niedrigen Arbeitslosenquote. Dies lasse sich auch an den Motivationen für eine Gründung nachvollziehen. Während sich vor zehn Jahren bei mehr als 4,5 Millionen Arbeitslosen, der Mangel an Erwerbsalternativen zu zwei Dritteln den Schritt in die Selbständigkeit begründete und nur zu einem Drittel der Wunsch Unternehmer zu sein, habe sich dieses bei einer Arbeitslosenzahl unter 3 Millionen dieses Verhältnis mittlerweile umgekehrt. Kaum Verschiebungen gab es in den Gründerbrachen. 62 Prozent der Unternehmen würden nach wie vor im Dienstleistungsbereich gegründet, gefolgt vom Handel mit 22 Prozent.

Schunck: „Qualität muss stimmen“
Burkard betonte, dass diese Zahlen auch auf den Landkreis Fulda übertragbar seien. Aktuell hätten die Gewerbeämter für den Landkreis Fulda im Jahr 2014     insgesamt laut den Zahlen des Hessischen Gründerreports 1093 Anmeldungen bei 913 Abmeldungen zu verzeichnen. Im Hessenweiten Ranking der Gründungen pro 1.000 Einwohner nehme der IHK-Bezirk Fulda den letzten Rang ein. Da die Gründerintensität zum einen in Ballungsräumen höher sei als im ländlichen Raum und zum anderen stark von der Arbeitslosenquote geprägt werde, habe Fulda hier mit der Kombination aus ländlichem Raum und niedrigster Arbeitslosenquote einen strukturellen Nachteil. In diesen Zahlen sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck keinen Grund zur größeren Besorgnis. „Es kommt nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Gründungen an“. Und hier biete die Region gute Rahmenbedingungen durch das Beratungsangebot von IHK und Handwerkskammer. Besonders lobt Schunck in diesem Zusammenhang den Einsatz der Wirtschaftsjunioren. Seit 2013 unterstützen die Wirtschaftsjunioren aktiv die Teilnehmer am Hessischen Gründerpreis – mit Erfolg. Seither gehen reihenweise Finalteilnahmen und Gründerpreise nach Fulda.

Gruppenbild: Vertreter von Wirtschaftsjunioren, Gründernetzwerk und Organisatoren des Hessichen Gründerpreises 2016. v.l.n.r.: Prof. Dr. Stephan Golla, Hochschule Fulda; Matthias Gutberlet, Sparkasse Fulda; Martin Räth, IHK Fulda; Christoph Jahn, Wirtschaftsjunioren Fulda; Jens Rasner, VR Genossenschaftsbank Fulda; Andrea Giesler, Wirtschaftsjunioren Hessen; Adina Schneider, Schneider Strick GmbH; Dunja Buchhaupt, Organisation Hessischer Gründerpreis; Uwe Bergmann, Nethinks GmbH; Barbara Sillich, KPMG; Stefan Schunck, IHK Fulda; Christoph Burkard, Standortmarketing; Moritz Bartling, Wirtschaftsjunioren Hessen. Foto: Standortmarketing GbR
Gruppenbild: Vertreter von Wirtschaftsjunioren, Gründernetzwerk und Organisatoren des Hessichen Gründerpreises 2016. v.l.n.r.: Prof. Dr. Stephan Golla, Hochschule Fulda; Matthias Gutberlet, Sparkasse Fulda; Martin Räth, IHK Fulda; Christoph Jahn, Wirtschaftsjunioren Fulda; Jens Rasner, VR Genossenschaftsbank Fulda; Andrea Giesler, Wirtschaftsjunioren Hessen; Adina Schneider, Schneider Strick GmbH; Dunja Buchhaupt, Organisation Hessischer Gründerpreis; Uwe Bergmann, Nethinks GmbH; Barbara Sillich, KPMG; Stefan Schunck, IHK Fulda; Christoph Burkard, Standortmarketing; Moritz Bartling, Wirtschaftsjunioren Hessen. Foto: Standortmarketing GbR

Willkommenskultur für Gründer schaffen
Nach den Worten von Burkard kommt es darauf an, in der Region Fulda eine echte Willkommenskultur für Gründer zu schaffen. Dies gehe weit über den vor 15 Jahren gestarteten Ansatz des IT-Gründerzentrums im ITZ Fulda hinaus. Im Zentrum stehe der Netzwerkgedanke, der den Gründern Kontakte zu Gleichgesinnten, aber auch zu Beratern, Förderern, Kooperationspartnern und Kunden erschließe. Unter der Überschrift Start-in-fd soll das bereits bestehende 500köpfige Gründernetzwerk der Region Fulda weiter professionalisiert und zu einem virtuellen Gründerzentrum ausgebaut werden. „Virtuell heißt, dass sich die Leistungen nicht auf einen Ort, wie zum Beispiel den Alten Schlachthof beschränken, sondern Landkreisweit angeboten werden.“

Alle Mitglieder des Gründernetzwerks, Gründer, Jungunternehmer, Berater und Banker, können sich in die Datenbank Region Fulda kostenlos eintragen lassen. „Wir werden daraus eine eigene Datenbank für das Gründernetzwerk entwickeln und so den Kontakt innerhalb des Netzwerks noch mehr erleichtern“. Darüber hinaus wird ab Mitte Juni eine Befragung der Gründer und Jungunternehmer gestartet, deren Ergebnisse in das Leistungsportfolio des Gründernetzwerks einfließen sollen.

Preisträger für den 14. Hessischen Gründerpreis gesucht
Existenzgründer, die nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind, können sich ab sofort um den Hessischen Gründerpreis bewerben. „Wir zeichnen erfolgreiche Gründungen aus, aber die Kriterien sind nicht nur Umsatz oder Gewinn“, erklärte Andrea Giesler, Projektleiterin Gründerpreis 2016 bei den Hessischen Wirtschaftsjunioren. „Konzepte oder Gründungsideen werden nicht ausgezeichnet, nur junge Unternehmen, die den Schritt schon gewagt haben und tatsächlich erfolgreich am Markt agieren.“ Die Gründer dürfen für ihren Lebensunterhalt nicht auf staatliche Mittel angewiesen sein. Dadurch hebt sich der Preis von vielen anderen ab.

Der Gründerpreis wird in drei Kategorien vergeben: „Mutige Gründung – Start aus schwieriger persönlicher Situation,  „Geschaffene Arbeitsplätze – Zahl und Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze“ sowie „Innovative Geschäftsidee – Innovative Produkte oder neuartige Dienstleistungen“. Bewerbungen sind eigeninitiativ und auf Vorschlag möglich. Alle Informationen, Bewerbungs- und Vorschlagsformulare gibt es auf der Webseite der Hessischen Gründertage (www.gruendertage-hessen.de). Die Frist endet am 7. September 2016. Gründer müssen sich in mehreren Runden verschiedenen Jurys präsentieren, Halbfinale und Finale finden 11. Oktober und 10. November statt. Verliehen wird der Preis im Rahmen einer Festveranstaltung in Bad Homburg, für die Wirtschaftsminister Tarek AlWazir, wie in den vergangenen Jahren, seine Teilnahme schon zugesagt hat.

Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 verliehen, seit 2006 ist der „Initiativkreis Gründertage Hessen“ Veranstalter. In ihm sind Akteure der hessischen Gründungsförderung zusammengeschlossen. Ziel ist Information über und Sensibilisierung für das Thema, damit mehr Menschen erfolgreich eine selbstständige Existenz aufbauen. Auch dem Erfahrungsaustausch und der Netzwerkpflege unter Experten der Gründungsförderung dienen die Gründertage. Um einen Impuls für das regionale Gründungsklima zu geben finden sie jährlich in einer anderen hessischen Region statt. Im Rahmen der Gründertage gibt es auch eine Fachtagung für Gründungsförderer. Berichte über die Bewerbungsmöglichkeit für den Preis ermöglichen es jungen Unternehmen aus Ihrem Erscheinungsgebiet, sich zu bewerben und stärken so den Wirtschaftsstandort.

Fulda will gut abschneiden
Die Region Fulda will bei der Verleihung des Gründerpreises 2016 gut abschneiden und unterstützt deshalb die Bewerbung von heimischen Gründern. Innerhalb der Wirtschaftsjunioren hat sich ein Coaching- und Mentorennetzwerk entwickelt, das die Gründer unterstützt und auf den Wettbewerb vorbereitet. Hier die Statements aus dem Netzwerk:

Andreas Giesler:
„Die Wirtschaftsjunioren Fulda sind überzeugt, dass unser Land mehr neue und innovative Unternehmen braucht. Wir wollen aktiv für ehrbares Unternehmertum werben und unsere Erfahrungen an die Existenzgründer weitergeben, damit diese davon profitieren können. Als größtes Netzwerk der jungen Wirtschaft in Deutschland bieten wir ideale Voraussetzungen zum Erfahrungsaustausch für Existenzgründer und freuen uns über den spannenden Austausch mit jungen Unternehmern aus unserer Region.“

Moritz Bartling, Landesvorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Hessen:
„Welche Bedeutung die Gründerförderung für die Wirtschaftsjunioren hat, zeigt bereits das diesjährige Jahresmotto der Wirtschaftsjunioren Deutschland: Start-up your future! Die Wirtschaftsjunioren (WJ) engagieren sich für die Stärkung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Eine starke Gründerszene ist dabei aus unserer Sicht ein wesentlicher Baustein. Die Region Fulda hat hier eine Vorreiterrolle.“

Barbara Sillich, KPMG:
„KPMG fördert den hessischen Gründerpreis, weil wir die Förderung des jungen Unternehmertums als einen Grundpfeiler unserer Wirtschaft ansehen. Die Gründerszene benötigt unsere Unterstützung, damit auch zukünftig mit innovativen Ideen aus Hessen ein herausragender Entwicklungsbeitrag für unsere Wirtschaft geleistet werden kann. Davon profitiert nicht nur die Region, sondern unser ganzes Land.“

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Hessischen Gründerpreis stellte Regionalmanager Christoph Burkard das Konzept „Gründernetzwerk 2.0“ vor. Foto: Standortmarketing GbR
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Hessischen Gründerpreis stellte Regionalmanager Christoph Burkard das Konzept „Gründernetzwerk 2.0“ vor. Foto: Standortmarketing GbR

Martin Räth, IHK Fulda
„Existenzgründungen und Mut zur Übernahme bestehender Unternehmen sind für die Weiterentwicklung des heimischen Wirtschaftsraumes besonders wichtig. Gerade in Zeiten einer florierenden Konjunktur kommt es deshalb darauf an, ein gründerfreundliches Umfeld zu schaffen. Der Hessische Gründerpreis ist hier mit seinen erfolgreichen Beispielen ein hervorragendes Instrument zum Mutmachen.“

Uwe Bergmann, NETHINKS GmbH
„Innovationskraft gehört zu unserer täglichen Arbeit. Als zukunftsorientiertes IT-Unternehmen müssen wir immer wieder schnell, flexibel und zielgerichtet auf neue Anforderungen reagieren, alles Eigenschaften, die auch für Gründer besonders wichtig sind. Es ist für uns selbstverständlich, die hessischen Gründertage und damit junge Unternehmen zu unterstützen. Wir freuen uns auf mutige Menschen mit vielversprechenden Geschäftsmodellen. Hessen braucht frische Ideen!“

Adina Schneider, Schneider Strick GmbH:
„Ursprünglich war ich der Meinung, dass wir den hohen Anforderungen nicht gerecht werden könnten. Die Begeisterung der Organisatoren und Unterstützern aus der Region haben uns allerdings so motiviert, dass wir uns mit Eifer für den Hessischen Gründerpreis 2015 beworben haben. Dies hat sich definitiv gelohnt. Ich habe u.a. sehr interessante Einblicke in andere Bereiche unserer Mitbewerber erhalten. Vor allem haben wir sehr gute mediale und politische Aufmerksamkeit erhalten. Lokal aber auch in ganz Hessen. Ich finde es toll, dass die Wirtschaftsjunioren Fulda die lokalen Bewerber in dem Bewerbungsprozess unterstützen. Ich konnte viel davon profitieren und kann jedem Gründer nur empfehlen, bei diesem Wettbewerb mitzumachen.“

Über das Standortmarketing

Die Standortmarketing GbR mit Sitz im Haus der Industrie- und Handelskammer Fulda beschäftigt sich mit Wirtschaftsförderung und Standortmarketing, insbesondere mit der Umsetzung der Markenkampagne Region Fulda. Sie wird getragen und finanziert von Stadt Fulda, Landkreis Fulda und Industrie- und Handelskammer Fulda, sowie dem Handwerk vertreten durch die Handwerkskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaft Fulda.

Kontakt:

Standortmarketing GbR
Heinrichstraße 8
36037 Fulda
Tel. 0661-284-36
Fax. 0661-284-88
www.region-fulda.de
Geschäftsführer: Stefan Schunck