Handwerkskammer Kassel

Wirtschaftliche Dynamik lässt nicht nach. Handwerk bleibt sehr zuversichtlich

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel, 3. Quartal 2013

„Die Konjunktur im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk läuft auf Hochtouren. Das belegen die Zahlen unserer aktuellen Konjunkturumfrage bei rund 800 Betrieben. Sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Geschäftslage wird vom Großteil unserer befragten Betriebe sehr positiv be-wertet. Unterstrichen wird die gute Lage vor allem durch die Entwicklung des Geschäfts¬klima¬-indexes, der auf ein Allzeithoch geklettert ist. Damit findet der bemerkenswerte Konjunkturtrend, der seit drei Jahren zu beobachten ist, seine Fortsetzung“, so der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Herbstumfrage für den Kammerbezirk Kassel, der in der Fleischerei Feinkost Köhler in Hofgeismar vorgestellt wurde.

Aktuelle Konjunkturumfrage der HandwerkskammerDie aktuelle Geschäftslage wurde von 44,9 Prozent der Handwerksbetriebe mit gut (Vorjahr: 39,8 Prozent) und weiteren 39,9 Prozent (Vj.: 46,7 Prozent) mit befriedigend bewertet. Auch die Erwar-tungen für die kommenden drei Monate bleiben, trotz der bevorstehenden kalten Jahreszeit, au-ßerordentlich optimistisch: Insgesamt 84,9 Prozent erwarten gute bzw. befriedigende Geschäfte (Vj.: 84,5 Prozent), insbesondere bei den „gut“-Meldungen (40,1 Prozent; Vj.: 35,2 Prozent) gab es deutliche Steigerungen gegenüber dem guten Vorjahreswert. Der Geschäftsklimaindex kletterte auf ein Allzeithoch. Mit 124,2 Punkten lag er noch 2 Punkte höher als im Herbst 2012.

Branchenentwicklung sehr unterschiedlich
Getragen wird diese sehr positive Entwicklung von den Bauhandwerken, den gewerblichen Zuliefe-rern, aber auch von den Lebensmittelhandwerken. Insbesondere die Betriebe aus den Ausbau-handwerken boomen weiter, ein Ende ist hier nicht in Sicht. Die Auftragsbücher sind voll, die Be-triebsauslastung an der Kapazitätsgrenze. Sorgenvoller betrachten hingegen die Kfz-Betriebe ihre konjunkturelle Situation, die mit ihren Geschäften alles andere als zufrieden sind. Die Aufwärtsent-wicklung im privaten Dienstleistungsgewerbe (v.a. Friseure) war bereits im letzten Quartal zum Er-liegen gekommen, dieser Trend hat sich im aktuellen Herbstquartal fortgesetzt.

Gute Auftragslage und mehr Einstellungen in den Betrieben
Über alle befragten Branchen hinweg berichtete knapp jeder fünfte Betriebsinhaber (19 Prozent) von einer weiteren Steigerung bei den Auftragseingängen, bei weiteren 59,3 Prozent konnte das gute Vorquartalsniveau gehalten werden. Die gute Auftragslage sorgte auch für einen Schub bei der Umsatzentwicklung, die ähnlich dynamisch verlief wie vor Jahresfrist: 22,1 Prozent verbuchten gegenüber dem Vorquartal weitere Umsatzsteigerungen. Die durch¬schnittliche Betriebsaus-lastung lag im Berichtszeitraum bei 78,4 Prozent (Vj: 78 Prozent). Fast jeder dritte Betriebsinhaber sprach sogar von Vollauslastung. Die Auftragsreichweite lag bei 7,1 Wochen, knapp jeder dritte der befragten Betriebe gab sogar an, dass die Auftragsbestände bis Ende des Jahres reichen (über 12 Wochen)! Insbesondere viele der Baubetriebe sind über den Jahreswechsel hinweg mit Aufträgen versorgt.

Die guten Zahlen hatten positive Auswirkungen auf die Beschäftigtenentwicklung im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk, denn insgesamt 16,3 Prozent der Befragten haben ihr Personal aufgestockt. Sorgen macht den Betrieben die aktuelle Preisentwicklung: 30,9 Prozent klagten über gestiegene Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie, nur 13,4 Prozent gaben diese gestiegenen Preise an den Endkunden weiter. Aber auch hier war die Entwicklung vor einem Jahr noch schwieriger.

„Die Umfrageergebnisse stimmen uns sehr optimistisch“, so Gringel. „Wir haben eine hervorragende Basis für die kommende Zeit und es wird wieder einmal deutlich, dass das Handwerk als regionaler Konjunkturmotor unverzichtbar ist.“

Hintergrund: Vierteljährlich befragt die Handwerkskammer Kassel rund 800 repräsentativ ausgewählte Be-triebe aus Nord-, Ost- und Mittelhessen zur aktuellen Konjunkturentwicklung. Dabei werden sowohl weiche Indikatoren (z. B. Geschäftslageeinschätzung) als auch harte Indikatoren (Auftragseingänge, Umsätze, Be-schäftigte, Investitionen u. a.) abgefragt. Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Um-frageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.

Ansprechpartner:
Handwerkskammer Kassel
Dr. Matthias Joseph / Öffentlichkeitsarbeit – Wirtschaftspolitik, Statistik, Neue Medien

Scheidemannplatz 2
34117 Kassel
Tel.: +49 561 7888-0

E-Mail: matthias.joseph@hwk-kassel.de


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